Die Beratungsstelle wird seit 1992 von MigrantInnen um Hilfe aufgesucht.
Eine Umfrage der KAG-W für die Jahre 1997 – 1999 in ihren Mitgliedseinrichtungen bestätigt diese Erfahrung bundesweit in den Einrichtungen der
Wohnungslosenhilfe. Danach lag der Anteil der MigrantInnen an der Gesamtklientel bei durchschnittlich 11%, wobei der Anteil in den Ballungszentren jeweils sehr viel höher war. Laut einer Schätzung der LIGA gibt es in
Berlin etwa 100.000 MigrantInnen ohne Status. Die Wohnungslosenhilfe ist für sie besonders attraktiv, weil die Angebote niedrigschwellig und unbürokratisch sind, auch anonym genutzt werden können und ein Überleben ohne
Einkommen ermöglicht werden kann.
MigrantInnen mit Status suchen unsere Beratungsstelle auf, um spezifische Fragestellungen aus dem Spektrum der Wohnungslosenhilfe zu klären (Unterkunftswechsel, Wohnungssuche,
Mietschulden u.a.). Menschen ohne Aufenthaltsstatus kommen zu uns, weil sie Vertrauen zu kirchlichen Einrichtungen haben, auf das Notversorgungssystem angewiesen sind und sich Hilfe ohne rechtliche Konsequenzen erhoffen.
Der Bedarf an Hilfen ist ähnlich wie bei den anderen BesucherInnen (Wohnungslosigkeit, unzumutbare Wohnverhältnisse, Arbeitslosigkeit, Armut, Isolation, Ausgrenzung, Sucht, Krankheit…). Die Besonderheit liegt in der
Sprachproblematik (in Ämtern, bei Formularen…), Unkenntnis über Gesetzesgrundlagen bzw. Fachdienste und - vor allem bei Zugewanderten ohne Status - in der Angst, die ihr ganzes Leben prägt. Einen Rechtsanspruch auf
Hilfen nach § 67 SGB XII gibt es für MigrantInnen eigentlich nicht. Wenn überhaupt möglich, liegt dies im Ermessen des Sozialhilfeträgers und kommt in der Berliner Realität kaum vor.
Für diese Klientel bieten wir
Erstberatung in mehreren Fremdsprachen an. Dabei geht es vor allem um Information über rechtliche Grundlagen und Möglichkeiten. Weiter bieten wir Orientierungshilfe zu den zuständigen Fachdiensten Berlins und vermitteln
sie in entsprechende weiterführende Einrichtungen .